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Artgerechte Haltung von tropischen Zierfischen

(= zuerst informieren, dann anschaffen)

 

Wie auch bei allen anderen Tierarten wird in der Aquaristik oft der Fehler ge- macht, zuerst die Tiere anzuschaffen und erst danach Information einzuholen. Die Überraschung über besondere Haltungsansprüche und natürliche Verhaltensweisen ist dann sehr groß. Zumeist kommt die Erkenntnis, dass man eigentlich keine artgerechte Haltung bieten kann, viel zu spät.

 

Die Größe des Aquariums spielt die wichtigste Rolle. Entgegen der landläufigen Meinung sollte das sogenannte "Anfängeraquarium" nicht klein sein, sondern mindestens einen Inhalt von 100 Litern haben. Bei großen Becken können die Wasserverhältnisse, die sehr wichtig für eine gute Haltung sind, leichter stabil gehalten werden, als in einem kleinen Becken. Auch bei der Auswahl der Fische ist man nicht so eingeengt, wenn man ein größeres Becken zur Verfügung hat.

Auskunft über Haltungs- ansprüche der einzelnen Zierfische wie z.B. Wasserhärte, -temperatur, Beckengröße, pH-Wert, erhält man im  AQUARIENATLAS

Bevor man überhaupt Fische anschafft, muss  festgestellt werden, welche Bedin- gungen man den Tieren hinsichtlich der Wassersqualität und der Größe des Lebensraumes Aquarium bieten kann , ohne großartige Kunstgriffe zu vollführen. Je mehr Veränderungen des Rohwassers in Bezug auf Wasserhärte etc. vorgenommen werden, desto leichter kommt es zu Pannen, die für die Fische tödlich ausgehen können. Es werden im Handel zwar verschiedene Mittel zur Veränderung der Wasserhärte, Niedrighaltung des Phosphatgehaltes, Be- kämpfung von Algen etc. angeboten, falscher Umgang damit richtet jedoch großen Schaden an. Der regelmäßige Wasserwechsel ( wenigstens alle 14 Tage mindestens 20% des Wassers, bei stärkerem Besatz wöchentlicher Wasserwechsel) ist immer noch das beste Mittel zur Sicherung der Lebens- qualität der Fische.

 

Beckenformen

Die günstigste Form ist das quaderförmige Becken mit einer für den Gasaustausch (siehe Wasserwerte- Sauerstoff)  ausreichend großen Wasseroberfläche. Dekorative Sonderanfertigungen, etwa in Säulenform, oder extrem hohe Becken mit wenig Wasseroberfläche können die ausreichende Sauerstoffversorgung in den unteren Wasserregionen nicht gewährleisten. Grundsätzlich ungeeignet sind die früher sehr gebräuch- lichen Goldfischkugeln. Eine Haltung in solchen Gebilden ist schlicht und einfach Tierquälerei. Leider werden mitunter solche Behälter noch angeboten. 

 

Bodengrund

Bei der Auswahl des Bodengrundes ist darauf zu achten, dass man keinen kalkhältigen und auch keinen scharfkantigen Kies nimmt. Gründelnde Fische würden sich sonst bei der Futtersuche ihre Barteln verletzen. Werden Corydoras- Arten gepflegt, sollte man Kies von 1 - 2 mm Körnung  nehmen. Manche Fische bevorzugen eher dunklen Boden. Vorsicht ist bei gefärbtem Bodengrund (rot, blau, grün usw.) geboten, dieser kann unter Umständen verschiedene Stoffe an das Wasser abgeben, was sich durch eine Erhöhung des Leitwertes zeigt.  Selbstverständlich muss der Bodengrund auch regelmäßig gepflegt werden, d.h. bei jedem Wasserwechsel muss Mulm abgesaugt werden.

 

Dekoration

Als Dekoration eignen sich sehr gut natürliche Materialien wie Stein (Granit, Lava, Schiefer, Steinholz etc.) und Holz (Moorkienholz, Mangrovenholz), allerdings keine selbst aufgesammelten Äste aus dem Wald, denn diese stellen nur Fäulnisherde dar und schädigen die Fische. Blumentöpfe aus Ton oder Kokosnuss- schalen dienen als Verstecke und Bruthöhlen. Sonstige kitschige Dekorationsgegenstände wie Pflanzen aus Plastik,  Burgen, Piratenschiffe etc. können Weichmacher an das Wasser abgeben und sollten deshalb nicht zum Einsatz kommen.

 

Besatzdichte

Je größer der Fischbesatz ist, desto mehr wird das Wasser durch Futterreste und die Ausscheidungen der Fische belastet. Es empfiehlt sich daher, die Qualität des Wassers regelmäßig zu testen und wenigstens alle 14 Tage  einen Teilwasserwechsel durchzuführen.
 
schwach 0,2 cm Fischlänge auf 1 Liter Wasser
normal 0,5 cm Fischlänge auf 1 Liter Wasser
stark 1,0 cm Fischlänge auf 1 Liter Wasser
überbesetzt 2,0 cm Fischlänge auf 1 Liter Wasser

Trächtige Fischweibchen tagelang bis zum Werfen in Ablaichkästen  zu hal- ten, ist Tierquälerei. 
Hochträchtige Weibchen setzt man in ein kleines, dicht bepflanztes Becken und gibt sie nach dem Werfen in ihr Becken zu- rück.

 

Vergesellschaftung

Fische dürfen nicht nach Farben ausgewählt  werden (etwas rot, etwas blau,  etwas gelb usw.), sondern nach ihrer Verträglichkeit untereinander und auch nur unter Berücksichtigung ihrer Haltungsansprüche (Temperatur, Wasserwerte). Es ist daher wichtig, sich zuerst zu informieren. Es gibt  zahlreiche Literatur, der man die Haltungsansprüche beliebter Zierfische entnehmen kann. Auch die natürlichen Verhaltensweisen werden beschrieben. Manche Zierfische fühlen sich nur wohl, wenn sie im Schwarm (wenigstens 10 - 15  Fische) gehalten werden, andere wieder kann man nur paarweise halten (diverse Barscharten) ==> siehe Sozialverhalten einzelner Arten von Süßwasserfischen. Vorteilhaft ist die einheitliche Auswahl der Fische nach ihrer geographischen Herkunft, weil die Ansprüche an Wasser und Einrichtung bzw. Bepflanzung des Aquariums am ehesten gleich sind (Südamerika,  Mittelamerika, Südostasien, Afrika).


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