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Wasserwerte

 

Um den Fischen einen guten Lebensraum zu gewährleisten, sollte man einmal wöchentlich die Wasserwerte überprüfen.  Im Zoofachhandel wird eine große Auswahl an Schnelltests angeboten, entweder in Form von Teststreifen zum Eintauchen oder Testbestecken. Man sollte allerdings auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten und für eine kühle Lagerung sorgen, um zuverlässige Messergebnisse zu erhalten.

Karbonathärte

Die KH gibt die Menge der im Wasser enthaltenen Hydrogencarbonate (HCO3-), an. Die Hydrogencarbonate dienen als "Puffer", was bedeutet, je höher die KH, desto stabiler der pH-Wert. Ausreichend hohe KH kann vor gefährlichem Ansteigen des pH-Wertes schützen, wobei  Calciumhydrogencarbonat in wasserunlöslichen Kalk und in Kohlensäure zerfällt. Einen solchen Vorgang erkennt man am Sinken der KH, was eine deutliche Warnung dafür ist, dass ein CO2-Mangel besteht. 
Abhilfe: Teil-Wasserwechsel und CO2-Zugabe

 

Gesamthärte

Die GH ist die Summe aller im Wasser gelösten Erdalkali-Ionen (hauptsächlich Calcium- und Magnesium- Ionen).  

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pH-Wert

potentia hydrogenii = die Fähigkeit des Wasserstoffs

Der pH-Wert gibt das Kräfteverhältnis zwischen den im Wasser enthaltenen Säuren und Laugen an.  Bei pH-Wert 7 ist das Verhältnis ausgewogen, bei Werten unter 7 überwiegen die Säuren, bei Werten über 7 über- wiegen die Laugen.  Aus dem pH-Wert können jedoch nicht die absoluten Mengen der beteiligten Säuren bzw. Laugen abgeleitet werden. Da die pH-Skala in dekadischen Logarithmen dargestellt wird, bedeutet jede Stufe die 10-fache Menge an Säuren bzw, Laugen.  pH-Wert 7 --> pH-Wert 6 = 10-fache Menge Säure

Grenzwerte: pH-Werte können nur im Zusammenhang mit Karbonathärte und Co2-Gehalt beurteilt werden.

 

Ammonium

Durch bakterielle Zerlegung von Proteinen und durch Abgabe über die Kiemen der Fische entsteht Ammonium bzw. Ammoniak. Bei Ansteigen des pH-Wertes wird  Ammonium zu giftigem Ammoniak, bei Absinken des pH-Wertes wandelt sich Ammoniak wieder zu Ammonium um. Ein Teil des Ammoniums wird von den Pflanzen verarbeitet, der Rest muss von Bakterien (Nitrosomonas, Nitrobacter) in Nitirit und weiter in Nitrat umgewandelt werden. In neu eingerichteten Aquarien, wo es noch nicht genügend Bakterienkolonien gibt, kann es zu Anhäufungen von Ammonium bzw. Ammoniak kommen. Daher soll man erst Fische einsetzen, wenn das Aquarium gut "eingefahren" ist (nach ca. 4 Wochen).

Grenzwerte: 0,1 bis 0,5 mg / Liter
Höhere Werte deuten auf schlechte Filterung oder auf ein überbesetztes Aquarium hin.

Eisen

Eisen ist für Fische und Pflanzen unbedingt notwendig.  Fische benötigen Eisen zur Bildung des roten Blutfarbstoffes, die Pflanzen benötigen Eisen zum Synthetisieren von Blattgrün. Im Fachhandel werden Aquariendünger angeboten, die neben Eisen auch andere notwendige  Mineralien und Spurenelemente  enthalten. Vor jeder Düngung sollte man das Aquarienwasser auf seinen Eisengehalt testen.

Grenzwerte: 0,03 - 0,1 mg / Liter
Unter 0,01 mg/l kommt es zu Kümmerwuchs der Pflanzen, die Blätter werden gelblich bis farblos. 
 

Nitrat

Nitrat ist das Endprodukt der Nitrifikation (=bakterieller Stickstoffabbau von Ammoniak/ Ammonium über Nitrit zu Nitrat unter Anwesenheit von Sauerstoff). Das Vorhandensein von Nitrat im Aquarienwasser bedeutet also, dass das Wasser eine biologische Selbstreinigung hinter sich hat.  Je höher die Nitratwerte, desto größer war die vorhergegangene Verunreinigung des Wassers durch Ausscheidungen der Fische und durch Futterreste. Abhilfe schafft Wasserwechsel, Frischwasser mit niedrigen  Nitratwerten vorausgesetzt (am besten beim zuständigen Wasserwerk nachfragen).

Grenzwert: Laut Tierschutzgesetz, Bundesgesetzblatt 486/II vom 17.12.2004, Anhang 5, darf der Nitratgehalt im Aquarienwasser 50 mg / Liter nicht übersteigen.
    

Nitrit

Steigen die Werte nach dem  Wasserwechsel in wenigen Tagen wieder an, so ist der Filter zu klein oder das Becken stark überbesetzt.

Nitrit entsteht durch Oxidation von Ammonium unter Mitwirkung von Bakterien der Gattung Nitrosomonas. Auf- grund einer Störung der Nitrifikation (siehe Nitrat) kann es zur Anhäufung von Nitrit kommen. 

Nitrit ist giftig - es macht das Sauerstoff-Transportmittel Hämoglobin unwirksam und kann im Verdauungstrakt die Entstehung von krebserregenden Nitrosaminen bewirken.

Sauberes Wasser ist nitritfrei, Werte von 0,02 bis 0,1 mg / Liter sind akzeptabel. Höhere Werte müssen sofort durch Teilwasserwechsel gesenkt werden.

Steigen die Werte nach dem  Wasserwechsel in wenigen Tagen wieder an, so ist der Filter zu klein oder das Becken stark überbesetzt.

 

Phosphat

Tiere und Pflanzen benötigen zwar eine gewisse Menge an Phosphat. Dieses wird durch das Fischfutter und die daraus entstehenden Verdauungsprodukte jedoch im Übermaß in das Aquarienwasser gebracht  Hohe Phosphatgehalte in Verbindung mit hohen Nitratgehalten fördern Algenwuchs und Planktonbildung.

Grenzwerte: 0,02 mg bis 0,5 mg / Liter

Wasserwechsel schafft Abhilfe bei zu hohen Phosphatwerten, neuerliches Ansteigen in wenigen Tagen deutet auf Überbesetzung des Aquariums oder Futterüberangebot hin.

 

Sauerstoff

Gemeint ist hier der gasförmige, im Wasser gelöste Sauerstoff.  Dieser kann auf zwei Arten in das Wasser gelangen, entweder durch die Sauerstoffproduktion der Wasserpflanzen oder durch Sauerstoffaufnahme aus der Luft.

Dieser Sauerstoff wird von den Fischen und Pflanzen sowie auch von den vorhandenen Bakterien verbraucht (Wasserpflanzen veratmen den von ihnen erzeugten Sauerstoff zum Teil selbst). 

Gasgleichgewicht: alle Gase streben ihren typischen Gleichgewichtswert an, daher kommt es an der Grenzfläche Luft-Wasser zu einem ständigen Gasaustausch. Sobald gleich  viele Gasmoleküle in das Wasser wie aus dem Wasser diffundieren, ist das Gasgleichgewicht erreicht  (= Sättigung).

Der Gleichgewichts-Wert bei einer Wassertemperatur von 25° C liegt bei 8,3 mg/Liter.  Dieser Wert steigt bei geringeren und sinkt bei höheren Temperaturen (15° C - 10,1 mg/Liter, 30° C - 7,6 mg/Liter). In den meisten Aquarien wird dieser Wert deutlich unterschritten, was aber kein Grund zur Sorge ist. Auch in natürlichen Gewässern schwankt der Sauerstoffgehalt und die Fische sind daran angepasst. 

Grenzwerte:  die untere Grenze ist individuell sehr verschieden (hastige Kiemenbewegungen zeigen an, dass die Untergrenze bald erreicht ist), Obergrenze liegt bei 8,5 mg/Liter. 

 

Kohlendioxid - Co2

Co2 ist ein farb- und geruchloses Gas, das sich in Wasser lösen kann. Ein kleiner Teil des gelösten Co2 bildet zusammen mit dem Wasser die wichtigste Säure im Aquarium, nämlich die Kohlensäure.  

Kohlendioxidverbraucher sind in erster Linie die  Wasserpflanzen,  sie können das Co2 dem Wasser restlos entziehen und bewirken dadurch Kalkausfällungen. Ein weiterer Verbrauch entsteht durch Co2-Abgabe an die Luft. Es ist daher notwendig, den Co2-Wert  zu überprüfen und eine ausreichende Co2-Versorgung zu gewährleisten.

Grenzwerte: mindestens 10 mg / Liter, um den Mindestbedarf der Wasserpflanzen zu gewährleisten, höchstens 60 mg / Liter, um die Gesundheit der Fische nicht zu gefährden.


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Quelle: H.J. Krause, Handbuch Aquarienwasser, ISBN 3927997005